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Aktuelle Einsätze

#278 / 20.05.2022, 11:49 Uhr - Keller unter Wasser
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20.02.2022: Sturmtiefs fordern die Quickborner Feuerwehr in extremer Weise

20.02.2022: Sturmtiefs fordern die Quickborner Feuerwehr in extremer Weise

Sturmtief „Ylenia“ sorgte bereits am Donnerstag dafür, dass die Feuerwehr Quickborn im Zeitraum 3.20 bis 19.00 Uhr insgesamt 46 unwetterbedingte Einsätze zu bewältigen hatte. Die Wetterprognosen ließen vermuten, dass danach nur eine kurze Ruhepause für die Kameradinnen und Kameraden folgen würde – was sich am Freitag bestätigte. Bereits tagsüber waren einige Einsatzstellen abzuarbeiten.

Zu einem massiven Anstieg der Schadensmeldungen kam es dann gegen 21 Uhr, als das Orkantief „Zeynep“ stetig kräftiger wurde. Quasi im Minutentakt kamen über die Leitstelle neue Einsätze herein. Diese wurden in der Feuerwache durch die Einsatzleitung priorisiert und dann durch die Kräfte abgearbeitet.

Dabei war der gesamte Fuhrpark der Quickborner Wehr erforderlich, auch das neue Wechselladerfahrzeug (WLF) fuhr bestückt mit einer Mulde des Kreisfeuerwehrverbandes erste Einsätze.

Bei der Mehrzahl der Einsätze handelte es sich um umgestürzte Bäume oder solche, die zu fallen drohten. Teilweise fielen Bäume auch auf Gebäude oder PKW und verursachten hohe Sachschäden. Insgesamt dreimal wurden Bäume von den Gleisen der AKN beseitigt. Aber auch andere vom Orkan gelöste Gegenstände oder Dachteile forderten die Feuerwehr.

Schwere Personenschäden waren glücklicherweise nicht zu beklagen. Ein Feuerwehrkamerad knickte mit dem Fuß um und wurde ambulant im Krankenhaus behandelt. In der Nacht wurden einige Straßen vorübergehend nur gesperrt. Es wäre einfach zu gefährlich gewesen, dort in der Nacht Bäume von der Straße zu räumen, da weitere Bäume umzustürzen drohten. Die Einsatzstellen wurden dann bei Tagesanbruch abgearbeitet.

Die angespannte Einsatzlage hielt bis zum Samstagnachmittag an. Um den Kameradinnen und Kameraden die notwendigen Ruhepausen und auch mal einige Stunden Schlaf zu ermöglichen, wurde zeitweise in einem Schichtdienst gearbeitet.

Das Gebiet der Stadt Quickborn wurde im Kreis Pinneberg vom Orkan offenbar besonders stark getroffen. Die Feuerwehren der Nachbargemeinden Hasloh, Bönningstedt und Ellerau arbeiteten deshalb hier ebenfalls eigenständig Einsätze ab. Zudem wurden mehrfach die Drehleitern aus Bönningstedt und Ellerau sowie sogar der Gelenkmast der Feuerwehr Tornesch zur Unterstützung hinzugezogen. Der Bedarf an solchen Hubrettungsfahrzeugen ist bei Sturmlagen regelmäßig hoch.

Der regionale Schwerpunkt der Einsätze lag eindeutig in Quickborn-Heide. Rund 80% der Einsatzorte befanden sich in diesem Stadtteil. Dies zeigt einmal mehr die Wichtigkeit des dort geplanten Feuerwehrhauses an der Ecke Friedrichsgaber Straße / Ulzburger Landstraße, um bei allen denkbaren Einsatzszenarien in dem Bereich schneller vor Ort zu sein.

Neben den benachbarten Feuerwehren war auch der technische Zug des THW Barmstedt bei mehreren Einsätzen in Quickborn aktiv. Diese setzten insbesondere ihr Abstützmaterial bei Bäumen ein, die auf Gebäude gestürzt waren. Wie beispielsweise am Samstagmorgen im Kurzen Weg, wo ein Bungalow stark zerstört wurde. Oder in der Talstraße, dort fiel ein Baum auf ein Wochenendhaus. Die Zusammenarbeit mit dem THW klappte hervorragend.

Unterstützung kam zudem vom Bauhof Quickborn, deren Mitarbeiter bei der Beseitigung der Sturmschäden halfen. Und das Ordnungsamt der Stadt Quickborn kümmerte sich um die Unterbringung von Menschen, die ihre Wohnung vorübergehend verlassen mussten.

Nicht nur die Einsatzabteilung der Feuerwehr wurde durch den Orkan in besonderer Weise gefordert. Die vier Kameradinnen der Verwaltungsabteilung sorgten in der Feuerwache rund um die Uhr für das leibliche Wohl der Einsatzkräfte – fundamental wichtig, wenn das Einsatzgeschehen viele Stunden andauert.

Bis Samstagnachmittag sorgte „Zeynep“ in Quickborn für 112 Einsätze. Ab 15 Uhr konnte die Zahl der eingesetzten Einsatzkräfte zurückgefahren werden. Diese waren verständlicherweise zumeist auch am Ende ihrer Kräfte. Wehrführer Wido Schön sprach von einer extrem seltenen Großschadenslage durch die beiden dicht aufeinanderfolgenden Tiefs. Er bedankte sich bei allen beteiligten Kameradinnen und Kameraden für die unermüdliche Einsatzbereitschaft und die tolle Zusammenarbeit bei der größten Lage seit vielen Jahren.

Auch am späteren Samstag und an den Folgetagen sei laut Wido Schön noch mit weiteren, hoffentlich nur vereinzelten, Einsätzen zu rechnen. Die Böden sind aufgeweicht, so dass auch weniger starke Böen Bäume entwurzeln könnten.

Update, 20.02.2022, 16:00 Uhr: Nach aktuellem Stand wurden von Donnerstag 03:20 Uhr bis Sonntag 15:00 Uhr insgesamt 168 Einsätze abgearbeitet.

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